Mit großem Engagement – ein Hof wird bewahrt
Das 1983 eröffnete Kunstmuseum Bochum wurde 2025 unter Denkmalschutz gestellt und ist das jüngste städtische Baudenkmal Bochums. Der Erweiterungsbau des Kunstmuseums wurde von den dänischen Architekten Jørgen Bo und Vilhelm Wohlert entworfen und ergänzte die bereits unter Denkmalschutz stehende Villa Marckhoff-Rosenstein. Mit der Unterschutzstellung würdigen das LWL-Denkmalfachamt und die Untere Denkmalbehörde der Stadt Bochum die architektonische und kulturelle Bedeutung des Museumsbaus der Nachkriegsmoderne.
Der Stadtpark als erweiterter Ausstellungsraum
Bo und Wohlert planten einen mehrfach gestaffelten Baukörper, der an die Villa mit Ausstellungsflächen anschließt und durch Glasflächen und Terrassen ein hohes Maß an Transparenz und Offenheit erreicht. Nicht nur in der Ausrichtung des Museums wird der Standort gegenüber vom Stadtpark herausgestellt, sondern die Ausstellungsterrassen und Sichtbeziehungen definieren den Park als erweiterte Ausstellungsfläche. Mit Platten aus Tombak (eine Legierung aus Kupfer und Zink) soll sich die Museumsfassade im Alterungsprozess in Farbe und Musterung Baumrinde angleichen. Über pyramidenartige Oberlichter erfolgt die Belichtung der Hauptausstellungsflächen, die zu einer besonders guten Streuung des Tageslichtes führen. Die große, skulpturale Rampe im Zentrum des Museums dient nicht nur der barrierearmen Erschließung, sondern soll verschiedene Perspektiven auf die Kunstwerke ermöglichen und die Kommunikation der Besucherinnen und Besucher fördern.
Kunst und Kultur für jedermann
Durch die Staffelung der Baukörper, den überdachten Gang und die großformatigen Fensterflächen wirkt der Eingangsbereich besonders einladend. Die Architekten hatten die Vorstellung, dass das Museum auch ein Transitbereich zwischen Innenstadt und Stadtpark sein könnte, in dem im Vorbeigehen die Kunstwerke wahrgenommen werden könnten. Mit seinen verstellbaren Bodenelementen bietet der Vortragssaal unterschiedlichsten Veranstaltungen Raum und erreicht durch seine Multifunktionalität ein breites Publikum.
Das Kunstmuseum Bochum wurde als „Ort der Kommunikation“ und „demokratische Institution“2 konzipiert. Diesem heute wieder brandaktuellen Thema gibt dieses Museum mit seinem engagierten Team durch Ausstellungen und Veranstaltungen einen idealen Rahmen. Die Wertschätzung und Bewahrung dieses konzeptionellen und künstlerischen Gesamtwerkes durch die Museumsleitung wird nun auch durch den Denkmalschutz unterstützt.
2Peter Spielmann, Museum Bochum, in: Museum Bochum, Nachdruck der Zeitschrift Arkitektur DK 3-1984, S. 81-103 mit einem Vorwort von Peter Spielmann, ohne Ort und Jahr, Vorwort ohne Seitenzählung