Stumme Zeitzeugen erzählen Stadtgeschichte
Seit 2025 saniert und modernisiert die Stadt Borken ihre fünf erhaltenen mittelalterlichen Stadttürme. Anlass dafür ist das 800-jährige Jubiläum der Stadt im Jahr 2026. Die Türme und Mauerfragmente der einst mächtigen Stadtmauer zeugen von der damaligen Wehrhaftigkeit Borkens. Sie sind die historischen Wahrzeichen der Stadt und als bauliche Zeugnisse von regionalgeschichtlicher Bedeutung für das Münsterland. Der LWL würdigt die Türme als Denkmal des Monats August.
Erhalt durch differenzierte Umnutzung
Für die Neugestaltung der Stadttürme wurden unterschiedliche Nutzungs- und Umnutzungskonzepte realisiert. Der Windmühlenturm befindet sich in Privatbesitz. Um die Historie des Turms dennoch vermitteln zu können, ließ die Stadt Borken ein barrierefrei zugängliches Drahtgestell mit Informationselementen errichten.
Im Erdgeschoss des Kuhmturms erklärt heute eine ohne Eingriffe in die Bausubstanz installierte Hörstation auf Abfrage die Stadtgeschichte.
Am Diebesturm konzentrierten sich die Arbeiten auf brandschutztechnische Ertüchtigungen. Um die seit 1990 bestehende Nutzung als Trauzimmer fortführen zu können, mussten zwei Fenster als Fluchtweg geringfügig verbreitert werden.
Die Sanierungsmaßnahmen am Holkensturm umfassten minimalinvasive Eingriffe in die Bausubstanz. Die Räumlichkeiten wurden im Hinblick auf ihre Umnutzung als Veranstaltungsort für Ausstellungen und Lesungen nach einem Inneneinrichtungskonzept modernisiert.
Der Wedemhoveturm wird derzeit mit Fördermitteln des Landes Nordrhein-Westfalen saniert. Seit den 1980er-Jahren ist dieser Turm das Begegnungszentrum des Natur- und Vogelschutzvereins und ermöglicht dem Verein die Falkensichtung im Frühjahr, die als lokales Highlight gilt.
Vorher – Nachher
Würdigung
Die Sanierung der Stadttürme ist wesentlicher Bestandteil der Maßnahmen zur Verschönerung des Stadtbildes anlässlich des 800-jährigen Jubiläums der Stadt Borken. Diese Wahrzeichen der Turmstadt Borken sollen dazu beitragen, die Historie für die Öffentlichkeit erlebbar zu machen. Im Fokus lagen die Erhaltung denkmalwerter Bausubstanz und die Umsetzung denkmalverträglicher Nutzungskonzepte.