Das Schloss wird barrierefrei
Ein größerer Leitungswasserschaden 2023 zwang die Stadt Hamm zu umfangreichen Baumaßnahmen im Westflügel des Haupthauses. Im zweiten Bauabschnitt wurde zusätzlich auch ein barrierefreier Zugang geschaffen, der sich vorbildhaft in das Erscheinungsbild einfügt.
Münsterländische Backsteinarchitektur des 17. Jahrhunderts
Obwohl schon zum Ruhrgebiet gehörig, ist die Backsteinarchitektur der Schlossanlage der Gebäude sehr münsterländisch. Das Haupthaus mit dem Mansarddach, zwei mächtigen Kaminen und der Pavillonturm mit seiner geschweiften Dachhaube, beherrscht die Schlossanlage. Die Fenster sind als Kreuzstockfenster mit Sandsteinrahmungen ausgeführt. Im inneren Gebäudewinkel des Herrenhauses liegt die Freitreppe mit dem wappenbekrönten Haupteingang. Die Bauaktivitäten im 17. Jahrhundert werden durch eine Heirat ermöglicht, die Maria Ida von Plettenberg-Lenhausen 1663 in die Ehe mit Johann Friedrich von Beverförde einbrachte, so dass 1667 das Torhaus gebaut werden kann. Früh verwitwet startet sie 1685 mit dem Schlossneubau. Nur zwei Generationen bewohnten das Herrenhaus, das danach für lange Zeit leer steht. Spätere Abbruchabsichten konnten durch einen Bürgerprotest aufgehalten werden. 1942 erwirbt die Stadt Hamm die Anlage. Der Marstall wird seit 1951 durch den Westfälischen Turnerbund genutzt und das Haupthaus wird ab 1953 bis in die 1980er Jahre mit größeren Eingriffen instandgesetzt und dient seither als Bildungs- und Begegnungsstätte. Die Repräsentationsräume werden für Tagungen und Empfänge genutzt, in weiteren Räumen finden Seminare einschließlich Unterkünften statt.