Heutige Garteneindrücke
Pergola als Parkeingang, Aufenthaltsort und gestalterische Verbindung der beiden Parkteile an der Zeppelinallee
Unter diesem Motto entsteht derzeit in Gelsenkirchen auf einer Emscher-Insel ein Zukunftsgarten für die IGA 2027 (Internationale Gartenausstellung). Nicht weit entfernt liegt der Stadtgarten, der kürzlich unter Denkmalschutz gestellt wurde. Der Park birgt eine Fülle vielfältiger Gartenräume und einen großen Reichtum an seltenen und ausdrucksstarken Bäumen aus verschiedenen Zeitschichten. Über 125 Jahre sorgsam gepflegt, zeigt die Anlage, wie wertvoll die grüne Zukunft von gestern auch heute noch ist.
Pergola als Parkeingang, Aufenthaltsort und gestalterische Verbindung der beiden Parkteile an der Zeppelinallee
Der Stadtgarten besteht aus zwei Teilen, verbunden durch die imposanten Platanenreihen der Zeppelinallee. Im Nordteil dominieren die beiden Teiche und der Rosengarten. Sehr schön ist ein Parkbild, das sich im Nordosten von einer kleinen Anhöhe herab ergibt. Aus einer offenen Schutzhütte heraus, die inmitten eines Platanenrondells steht, öffnet sich den Hang hinab der Blick auf den großen Teich. Geschwungene Wege und sorgsam an den Rändern der Rasenfläche platzierte Gehölze gestalten einen in der Tiefe gestaffelten, spannungsvollen Raum. Bemerkenswert ist, dass dieses schöne Parkbild aus der Entstehungszeit des Stadtgartens um 1897 stammt.
Im südlichen Teil wird das Parkerlebnis von weitläufigen Rasenflächen geprägt, welche durch vielfältige Gehölze eingefasst und strukturiert werden. Quer hindurch zieht sich die Große Allee, welche südlich auf das eindrucksvolle Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus zuführt. Ein besonders schöner Ort im Südteil ist der Simonsberg. Benannt nach dem Gartenbaudirektor Simon, dient er im Winter als Rodelberg und ansonsten als erholsamer Aufenthaltsort.
Beeindruckend sind die aus den 1920er-Jahren stammenden vielfältigen Sichtachsen, die alten Platanen und die das Aussichtsplateau rahmenden Treppen und Mauerzüge. Andere benachbarte Bereiche wie der opulente Wassergarten oder der große Spielplatzbereich zeigen anschaulich und qualitätsvoll, wie sich die Nachkriegszeit einen zukunftsträchtigen Park vorstellte.
Der Stadtgarten Gelsenkirchen weist mit seinen großen gartenkünstlerischen Raumbildern, seinen kleineren Anlagenteilen und seinen wertvollen Gehölzen eine besondere Bedeutungsfülle auf. Stadt- und Gartengeschichte sind hier ebenso lebendig erfahrbar wie die sich wandelnden Ansprüche der Stadtgesellschaft an den Park als grünen Erholungsraum. Unübersehbar ist, welch hohen Stellenwert Gartenkultur, Grünplanung und Erholungsfunktion im politischen und planerischen Handeln der Stadt Gelsenkirchen besaßen und besitzen. Entsprechend erfuhr der Stadtgarten unter den Gartendirektoren Simon, Gey und ihren Nachfolgern eine kontinuierliche Weiterentwicklung und Pflege, so dass heute Spuren aus allen Entwicklungsphasen in harmonischem Nebeneinander zu erleben sind. In Abwandlung des IGA-Mottos lässt sich sagen: „Vergangenheit.Blüht“.
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