Erwitte-Völlinghausen, Transformatorenstation
Umnutzung zu einem Artenschutzturm
Vor und nach dem Ersten Weltkrieg erweiterte das Elektrizitätswerk Westfalen sein Versorgungsgebiet in das Münsterland hinein, aber auch nach Osten in die Räume Beckum, Lippstadt und Wiedenbrück. Als Bindeglied zwischen Mittel- und Niederspannung bildeten Transformatorenstationen wichtige Bestandteile der Energieversorgung.
Der turmartige Bau in Völlinghausen fügt sich durch seine Materialität und Architektur gut in das Landschaftsbild ein. Während der Sockelbereich und die Gesimszone mit Bruchsteinen verkleidet sind, zeigt sich der restliche Baukörper verputzt. Das zweistufige Pyramidendach ist mit Schiefer gedeckt. Heute sind Bauwerke dieses Typs infolge des technischen Fortschritts obsolet geworden. Nach 1980 bewahrten heftige Proteste der Dorfbevölkerung die Station vor dem Abbruch. Sie wurde 1989 in die Denkmalliste der Stadt Erwitte eingetragen.
Umnutzung in einen Artenschutzturm
Im Jahr 2011 übergab die RWE Deutschland AG die Turmstation an die Stiftung Pro Artenvielfalt Bielefeld. Sie investierte 28.000 in die Umnutzung zum Artenschutzturm, der im April 2013 fertiggestellt werden konnte. Von den insgesamt 80 eingebauten Bruthöhlen, Nisthilfen, Verstecken & Fledermausquartieren befinden sich die vier Fledermauskästen auf der Nordseite des Turms, während die Nist- und Bruthöhleninfrastruktur maßgeschneidert im Turminnenraum untergebracht ist, um die Außenansicht (abgesehen von einigen Abbildungstafeln und Einflugöffnungen) weitgehend beizubehalten.
Dort, wo früher Strom umgewandelt wurde, finden heute Turmfalke, Schleiereule, Dohle, Mauersegler, Star, Sperling, Zwergfledermaus und Mausohr ein zu Hause. Für sie sind eventuelle technische Einbauten und geringe Grundflächen kein Hindernis oder gar Grund, eine Wohnnutzung abzulehnen. So konnte auch die Transformatorenstation Erwitte-Völlinghausen ohne nennenswerte Eingriffe erhalten und einer neuen, sinnvollen Bestimmung zugeführt werden.