Der Begriff „Gartenstadt“ ist seit 1900 ein werbewirksames Label. Vom Erfolg dieses Siedlungskonzepts zeugt auch heute noch die Dortmunder Gartenstadt, die aktuell als teuerstes Wohngebiet der Großstadt gilt. Seit nunmehr zwei Jahren werden Teile der Gartenstadt über eine Denkmalbereichssatzung geschützt.
Zur Leichten Sprache wechseln.
Aktiviere Audio-Unterstützung.
Ein Video in Deutscher Gebärdensprache wird angezeigt.
Informationen zum Bild
LWL / Michael Rasche
Eine kommunal geförderte Beamtensiedlung
Anfang des 20. Jahrhunderts wurden die ersten Gartenstädte in Deutschland als sozialreformatorische Reaktion auf das gedrängte innerstädtische Wohnen etabliert. Während die Essener Margarethenhöhe ab 1909 von Georg Metzendorf für die Stiftung von Margarethe Krupp geplant und erbaut wurde, legte sein Bruder, Heinrich Metzendorf, 1913 die Pläne der Dortmunder Gartenstadt im Auftrag der 1910 gegründeten „Gartenstadt Dortmund eGmbH“ der Öffentlichkeit zur Begutachtung vor. Der genossenschaftliche Zusammenschluss von „Reichs-, Staats-, Stadt- und Privatbeamten“ – wie es zeitgenössisch hieß – wollte selbst Einfluss auf seine Wohnumgebung nehmen und erwirkte für die Umsetzung ihrer Vision mit städtischer Unterstützung Ackerflächen fernab der großen Industriestätten.
Zur Leichten Sprache wechseln.
Aktiviere Audio-Unterstützung.
Ein Video in Deutscher Gebärdensprache wird angezeigt.
Informationen zum Bild
Plan/Digitalisat: Stadt Dortmund
Entwicklung der südlichen Gartenstadt
Seit nunmehr 100 Jahren lässt sich die Siedlungsentwicklung (u. a. der Gartenstadt) im RVR auch in online frei zugänglichen Luftbildern nachvollziehen
Luftbild von 1926
Kerngebiet der Gartenstadt und die großräumig angelegten Alleen, die zur Erweiterung angelegt wurden, sind bereits erkennbar.
Bei der Vorstellung des Siedlungskonzepts wurde der Reiz der Gartenstadt in der „Einheitlichkeit des Gedankens“ besonders herausgestellt, der sich durch die städtebauliche Anlage und die Architektur zieht – wenn auch das „alles versöhnende Grün der Bäume und Sträucher“, wie es die Dortmunder Zeitung betitelte, beim Erstbezug 1914 noch wachsen musste. Das von Metzendorf geplante Kerngebiet erweiterte sich unter dem Entwicklungsdruck Dortmunds, gesteuert durch das Stadterweiterungsamt, in den folgenden Jahren nach Norden, Osten und Westen. Die architektonische Entwicklung der Siedlung ging über an namhafte Dortmunder Architekten wie Philipp Bachmann, Karl Pinno, Peter Grund, Paul Lutter sowie die Brüder Dietrich und Karl Schulze. Zu den eher durch Heimatstil und Historismus geprägten Putzbauten mit Natursteinelementen im Landhausstil gesellten sich mit der Zeit vermehrt Gebäude mit einer expressionistischen Formensprache, die sich u. a. in ihrer plastischen Backsteinzier ablesen lässt. Verzahnt wurde das Gebiet durch den übergeordneten städtebaulichen Entwurf. Meist zweigeschossige, freistehende Häuser mit heckenbegrenzten Vorgärten stehen auf großzügigen Grundstücken. Sie sind ausgerichtet auf den planmäßigen Grundriss der Siedlung mit seinen Plätzen, großräumigen geraden Alleen und geschwungenen Wohnstraßen. Immer wieder nimmt die Bebauung aufeinander Bezug und bildet bewusst gestaltete Sichtbezüge und Symmetrien aus.
Zur Leichten Sprache wechseln.
Aktiviere Audio-Unterstützung.
Ein Video in Deutscher Gebärdensprache wird angezeigt.
Sichtbeziehungen und Kontinuität
Informationen zum Bild
Denkmäler Wilsingweg 6 und Lübkestraße 8 im Jahr 2025. Baujahr: 1913/1914, Architekt: Heinrich Metzendorf
LWL / Michael Rasche
Informationen zum Bild
Denkmäler Wilsingweg 6 und Lübkestraße 8 im Jahr 1991. Baujahr: 1913/1914, Architekt: Heinrich Metzendorf
LWL / Nieland
Informationen zum Bild
Denkmäler Kettelerweg 20 und 55 im Jahr 2025, Baujahr: 1927, Architekt: D. u.K. Schulze. Sichtbeziehung ist über die Denkmalbereichssatzung geschützt
LWL / Michael Rasche
Informationen zum Bild
Denkmäler Kettelerweg 20 und 55 im Jahr 1991, Baujahr: 1927, Architekt: D. u. K. Schulze. Sichtbeziehung ist über die Denkmalbereichssatzung geschützt
LWL / Nieland
Informationen zum Bild
Ebenfalls sind u. a. die Sichtbezüge vom Grabbeplatz Richtung Grabbestraße über die Denkmalbereichssatzung geschützt (Ansicht 2025)
LWL / Michael Rasche
Informationen zum Bild
Ebenfalls sind u. a. die Sichtbezüge vom Grabbeplatz Richtung Grabbestraße über die Denkmalbereichssatzung geschützt (Ansicht 1991)
LWL / Nieland
Der Denkmalbereich
Gemeinsam bilden diese Elemente ein besonderes Zeugnis der Stadtbaukunst des frühen 20. Jahrhunderts. Mit der Denkmalbereichssatzung wurde der Schutzumfang von bis zu diesem Zeitpunkt nur vereinzelt unter Denkmalschutz stehenden Einzelgebäuden in der Gartenstadt um eine Perspektive erweitert, welche die übergeordneten, bewusst komponierten städtebaulichen Zusammenhänge würdigt. Grundlage der Satzung waren sowohl eine von der Stadt Dortmund beauftragte umfassende Analyse der Gartenstadt als auch der bereits fast 30 Jahre zuvor erarbeitete Denkmalpflegeplan, der u. a. eine Denkmalbereichssatzung als Steuerungsinstrument vorschlug.
Zur Leichten Sprache wechseln.
Aktiviere Audio-Unterstützung.
Ein Video in Deutscher Gebärdensprache wird angezeigt.
Informationen zum Bild
Planwerk: Stadt Dortmund
Zwischen öffentlichem Interesse und Eigentum
Das Austarieren und die Steuerung von individuellen Wohnansprüchen und der einheitlich konzeptionierten Gestaltung der Siedlung erforderten und erfordern geeignete Instrumente. So gab es bereits in der Anfangsphase der Gartenstadt Berichte, die von Streitigkeiten über die Farbigkeit von Gartentörchen und Bänken sowie über individuelle Anpassungen zeugen. Diesen wurde durch Bauberatung und das Erfordernis von Genehmigungen bei Änderungen am Bestand entgegengewirkt. Durch eine Klausel in den Kaufverträgen konnte bei Verstößen gegen die Gestaltungsanforderungen sogar ein Wiederkaufsrecht der Stadt ausgelöst werden. 1969 löste sich die Genossenschaft allerdings auf. Zur langfristigen Steuerung bedurfte es weiterer städtebaulicher Instrumente. Ab 2020 nutzte die Stadt Dortmund zunächst eine temporäre Veränderungssperre, um negative bauliche Entwicklungen der Gartenstadt zurückstellen zu können. Über einen Bebauungsplan werden seit 2024 die Möglichkeiten der Nachverdichtung im Denkmalbereich bestandsorientiert gesteuert.
Zur Leichten Sprache wechseln.
Aktiviere Audio-Unterstützung.
Ein Video in Deutscher Gebärdensprache wird angezeigt.
Für kommende Generationen
Aktuell wird eine Gestaltungssatzung erarbeitet. Auf diese Weise wirken verschiedene städtebauliche und denkmalpflegerische Instrumente zusammen, um die Gartenstadt bestandsorientiert zu erhalten und an die nächsten Generationen weiterzugeben. Bereits 1927 wurde die Gartenstadt von der Dortmunder Zeitung als beste und gesündeste Wohnanlage Dortmunds beschrieben. Dieser Trend scheint auch knapp 100 Jahre später ungebrochen.
Zur Leichten Sprache wechseln.
Aktiviere Audio-Unterstützung.
Ein Video in Deutscher Gebärdensprache wird angezeigt.
Auf unseren Internetseiten verwenden wir Cookies. Ein Cookie ist eine Textinformation, die die besuchte Website über den Webbrowser auf dem Computer des Betrachters („Client“) platziert. Der Cookie wird entweder vom Webserver an den Browser gesendet oder von einem Skript (etwa JavaScript) in der Website erzeugt. Der Client sendet die Cookie-Information bei späteren, neuen Besuchen dieser Seite mit jeder Anforderung wieder an den Server. Um Ihnen eine angenehmere Erfahrung zu bieten, nutzen wir Cookies beispielsweise zum Speichern Ihrer Spracheinstellungen oder zur Erhebung von anonymen statistischen Daten, mit welchen wir das Besuchererlebnis/die Ergonomie auf unseren Online-Diensten optimieren können.
Cookies helfen uns dabei, unser digitales Angebot besser zu gestalten. Dabei setzen wir eigene Cookies und Cookies von Drittanbietern wie z.B. YouTube oder Google ein.
Sie können hier oder in Ihren Browsereinstellungen das Setzen von technisch nicht erforderlichen Cookies einschränken, verhindern oder widerrufen. Sie können auch die automatische Löschung von Cookies bei der Schließung des Browserfensters veranlassen. Weitere Informationen zu den eingesetzten Cookies und der Verarbeitung Ihrer Daten erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Unten finden Sie die Cookies in Kategorien aufgeteilt, wobei Sie die Kategorie mittels Opt-in aus- oder abwählen können.
Diese Cookies und Services sind nötig, damit Sie unsere Online-Dienste besuchen und deren Features verwenden können. Ohne sie können zum Beispiel Services wie Login (Sessions), Spracheinstellungen, Einkaufswagen und Privacy-Einstellungen sowie sicherheitsrelevante Services nicht bereitgestellt werden. Mit Ausnahme des Logins (Sessions), werden keine schützenswerten Informationen gesammelt, welche Sie identifizieren können. Die Verwendung der unbedingt (technisch) erforderlichen Cookies können Sie nicht abwählen, da ohne diese eine Nutzung der Seite nicht möglich ist (vgl. § 25 Abs. 2 TTDSG).
lwl-tutorial
Notwendig für die Navigation durch die Seitenebenen zur Anzeige der Unterseiten in der Navigation.
Lebenszeit: Dauerhaft
django_language
Bestimmt die bevorzugte Sprache des Besuchers. Ermöglicht der Webseite, beim erneuten Besuch des Besuchers die bevorzugte Sprache festzulegen.
Lebenszeit: 1 Jahr
csrftoken
Hilft, Cross-Site Request Forgery- (CSRF-) Angriffe zu verhindern.
Lebenszeit: 1 Jahr
Facebook Pixel
Mit Ihrer Einwilligung verwenden wir die Open-Source-Software Matomo zur Analyse und statistischen Auswertung der Nutzung der Website. Hierzu werden Cookies eingesetzt. Die dadurch erhaltenen Informationen über die Websitenutzung werden ausschließlich an unsere Server übertragen und in Nutzungsprofilen zusammengefasst. Eine Weitergabe der erfassten Daten an Dritte erfolgt nicht. Die IP-Adressen werden anonymisiert (IPMasking), sodass eine Zuordnung zu einzelnen Personen nicht möglich ist. Die Verarbeitung der Daten erfolgt auf Grundlage Ihrer Einwilligung nach Art. 6 Abs. 1 S. 1 lit. a DSGVO.
_pk_id*
Erfasst Statistiken über Besuche des Benutzers auf der Website, wie z.B . die Anzahl der Besuche, durch schnittliche Verweildauer auf der Website und welche Seiten gelesen wurden.
Lebenszeit: 1 Jahr
Domäne: piwik.lwl.org
_pk_ses*
Wird von Piwik Analytics Platform genutzt, um Seitenabrufe des Besuchers während der Sitzung nach zu verfolgen.
Lebenszeit: 1 Tag
Domäne: piwik.lwl.org
_pk_ref.*
Speicherung der ID der Herkunftsseite (referrer ID)
Lebenszeit: 6 Monate
Domäne: https://piwik.lwl.org/piwik/piwik.js
NID
Wird verwendet, um YouTube-Inhalte zu entsperren.
Lebenszeit: 6 Monate
Domäne: google.com
PREF
Dieses cookie speichert Ihre Präferenzen und andere Informationen, insbesondere bevorzugte Sprache, wie viele Suchergebnisse auf Ihrer Seite angezeigt werden sollen und ob Sie den SafeSearch-Filter von Google aktivieren möchten oder nicht.
Lebenszeit: 2 Jahre
Domäne: .youtube.com
CONSENT
Lebenszeit: 6 MONATE
Domäne: .youtube.com
VISITOR_INFO1_LIVE
Hierbei handelt es sich um ein Cookie, das YouTube setzt, um die Bandbreite des Nutzers zu berechnen.
Lebenszeit: 6 Monate
Domäne: .youtube.com
YSC
Registriert eine eindeutige ID, um Statistiken der Videos von YouTube, die der Benutzer gesehen hat, zu behalten.